MULTIPLE SKLEROSE

Was ist Multiple Sklerose?

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine Erkrankung bei der das körpereigene Immunsystem das zentrale Nervensystem (Gehirn- und Rückenmark) des Körpers angreift.

Genauer gesagt, greift das eigene Immunsystem dabei die Isolierschicht der Nervenfasern an. Die Informationsübertragung in den Nervenfasern wird verlangsamt bzw. gestört. Es kommt dann zu Beeinträchtigungen unterschiedlicher Art in verschiedenen Körperregionen.

Häufige Symptome sind: Lähmungen, Gefühlsstörungen wie Taubheitsempfinden, Sehstörungen, Unsicherheit beim Gehen und Greifen, extreme Müdigkeit, Blasenstörungen, Muskelschwäche, Koordinations- und Gleichgewichtsprobleme. Es kann jeden Bereich des Körpers betreffen. In einigen Fällen können die Einschränkungen auch dazu führen, dass ein Rollstuhl benötigt wird.     

Aus diesem Grund wird MS auch die Krankheit der 1000 Gesichter genannt. Jeder Betroffene hat unterschiedlich ausgeprägte Symptome.

Ich habe leider einen schwereren Verlauf und bereits viele Einschränkungen von denen, die oben aufgeführt sind.

Wenn Du magst kannst Du hier lesen wie mein Alltag aussieht:

  • Gehen ist nur noch sehr begrenzt möglich. Ich bin ehrlich gesagt froh über jeden Schritt, den ich nicht zu Fuß zurücklegen muss, obwohl ich eigentlich sehr gerne spazieren gehe. Beim Gehen wird mir immer wieder deutlich, dass viele Zusammenspiele in meinem Körper nicht mehr funktionieren. Gehen ist für mich gefühlt IMMER wie ein Gang im Treibsand mit zusätzlichen Gewichten an den Füßen. Es ist als würde ich am Boden festkleben. Dazu kommt, dass ich ständig aufpassen muss nicht über meine eigenen Füße oder kleinste Unebenheiten zu stolpern, da auch mein Gleichgewichtssinn schwer betroffen ist.  Ein Geländer bei einer Treppe ist für mich mittlerweile unverzichtbar. Manchmal ist schon eine einzige Stufe zu viel, sodass ich mich an Hecken oder Hauswänden entlanghangeln muss. Ich bin immer froh, wenn ich unversehrt eine Bushaltestelle erreiche. Beim Einsteigen in den Bus kann ich mich dann zumindest an der Eingangstür festhalten. Auf dem Weg zum Sitzplatz geht es dann durch die Möglichkeiten zum Festhalten, relativ sicher weiter. Im Anschluss bin ich erleichtert nur noch sitzen zu müssen. Als sehr autonome Person ist es für mich quälend, dass mein Gehen inzwischen so eingeschränkt ist. Und: Hand auf's Herz, in welcher Situation braucht man seine Füße und Beine denn nicht? Autofahren ist seit Jahren nicht mehr machbar für mich. Somit verkleinert sich stetig der Kreis meiner Möglichkeiten.
  • Bereits nach sehr kleinen Tätigkeiten bin ich gezwungen mich hinzulegen. Insgesamt bin ich sehr schwach. Ob Anziehen, Duschen, kurzes Telefonat oder etwas Essen,... Während ich etwas mache wird es währenddessen immer mühsamer es auszuführen. Im Anschluss ist es so als wäre ich eine leergesaugte Batterie. Körperlich und geistig funktioniere ich fast gar nicht mehr. Meine Wahrnehmung läuft auf der letzten Reserve. Jeden Tag muss ich meine wenige Energie ganz genau einteilen. Spontanität und Unternehmungen sind fast unmöglich.
  • Die kleinsten Anstrengungen beeinträchtigen sofort meine Sehfähigkeit. Nach kurzer Aktivität sehe ich nur noch verschwommen, das hält dann leider für mehrere Stunden an. Sollte ich Dich also mal nicht wahrnehmen habe ich Dich einfach nur nicht erkannt. Sobald ich ein wenig müde bin, was leider oft der Fall ist, funktionieren meine Augen ebenfalls nur eingeschränkt.
  • Ich leide sehr unter einer Fatigue, einer so genannten abnormalen Müdigkeit. Wenn ich morgens aufwache fühle ich mich als hätte ich gar nicht geschlafen, unabhängig davon wie kurz oder lang, gut oder schlecht, der Schlaf tatsächlich gewesen ist. Die Fatigue begleitet mich den ganzen Tag, mal mehr mal weniger stark.


Leider habe ich noch viele weitere Einschränkungen, wie Schmerzen, körperliche Ausfälle und kognitive Probleme (betrifft die Wahrnehmung, das Denken und das Erkennen) die mich tagtäglich "begleiten". Ich bitte Dich um Verständnis, dass ich meine Einschränkungen nicht alle hier auflisten kann.  Viele meiner Symptome sind für Außenstehende unsichtbar und auch manchmal nicht in Worte zu fassen, weil sie so vielseitig sind. Die Aufzählung soll Dir nur einen kurzen Einblick geben, dass die MS viele Funktionen des Körpers einschränken kann.


In meinem Fall ist die letzte Option, die meine Symptome stoppen kann, die Stammzellentherapie!


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